Feuerwehr übt anspruchsvollen Brandeinsatz am Rathaus Stadtoldendorf

Drei Menschenrettungen, Innenangriff und Drehleitereinsatz: Bei einer Zugübung am Rathaus trainierte die Ortsfeuerwehr Stadtoldendorf am Montagabend das Zusammenspiel verschiedener Einheiten und Einsatzmittel. Mit dem Einsatzstichwort „Auslösung Brandmeldeanlage Rathaus – Rauchentwicklung sichtbar“ war die Ortsfeuerwehr Stadtoldendorf zu der geplanten Zugübung zum Rathaus ausgerückt. Für die Einsatzkräfte unter der Leitung von Zugführer Nils Helmer stellte sich vor Ort eine umfangreiche Lage dar, bei der neben der Brandbekämpfung insbesondere mehrere Menschenrettungen und die Koordination der unterschiedlichen Fahrzeuge im Mittelpunkt standen.

Angenommen wurde ein Brand in einer Teeküche des Rathauses, der sich bereits auf angrenzende Büros und Flure ausgebreitet hatte. Rauch war im Übungsszenario bis in den Bereich der Toiletten vorgedrungen und trat auf der Gebäuderückseite sichtbar aus den Fenstern aus. Anhand der ausgelösten Brandmeldeanlage und der vorhandenen Feuerwehrlaufkarten mussten die Einsatzkräfte zunächst die betroffenen Bereiche lokalisieren und die weitere Ausbreitung erkunden.

Parallel galt es, insgesamt drei Personen zu retten. Eine Übungsdarstellerin hatte sich auf den Turmbereich des Rathauses geflüchtet und konnte das Gebäude nicht mehr über einen regulären Rettungsweg verlassen. Sie wurde mit dem Teleskopgelenkmast der Feuerwehr gerettet. Kurz darauf machte sich eine weitere Person auf dem Balkon an der Vorderseite bemerkbar. Da die Teleskopgelenkmast zu diesem Zeitpunkt bereits gebunden war, musste auch hierfür ein geeigneter zweiter Rettungsweg organisiert werden.  Eine dritte Person wurde durch eine Übungspuppe dargestellt. Sie befand sich im verrauchten Innenbereich in der Nähe der Toiletten und musste von einem Atemschutztrupp gesucht und liegend aus dem Gebäude gerettet werden. Gleichzeitig ging ein weiterer Trupp unter Atemschutz zur Brandbekämpfung in Richtung Teeküche und Büros vor.

Auch außerhalb des Gebäudes warteten mehrere Aufgaben auf die Einsatzkräfte. Die Einsatzstelle musste aufgrund der einsetzenden Dunkelheit ausgeleuchtet und im öffentlichen Verkehrsraum abgesichert werden. Zudem wurde im Übungsszenario der zunächst vorgesehene Unterflurhydrant als defekt angenommen, sodass kurzfristig eine alternative Wasserversorgung über einen weiter entfernten Hydranten aufgebaut werden musste. Nach der Menschenrettung und der Brandbekämpfung standen die Entrauchung und Kontrolle des Gebäudes auf dem Programm.

Die Übungsleitung zeigte sich mit dem Verlauf zufrieden. Die verschiedenen Einsatzabschnitte konnten zügig aufgebaut und die gestellten Aufgaben erfolgreich abgearbeitet werden. Besonders das parallele Vorgehen bei Menschenrettung, Brandbekämpfung, Wasserversorgung und Drehleitereinsatz stellte die Einsatzkräfte vor eine realitätsnahe Herausforderung. Nach Abschluss der Übung kamen die Beteiligten noch zu einer kurzen gemeinsamen Nachbesprechung zusammen. Dabei wurden die Abläufe ausgewertet und einzelne Erkenntnisse für künftige Einsätze und Ausbildungsdienste festgehalten. Insgesamt zeigte die Übung, wie wichtig das koordinierte Zusammenspiel der unterschiedlichen Fahrzeuge und Mannschaften gerade bei größeren und unübersichtlichen Gebäuden ist.