Familie verliert Haus in Lenne. Großaufgebot an Feuerwehrkräften im Einsatz bei Großbrand

Datum: 29. Mai 2023 um 14:57 Uhr
Alarmierungsart: FK Groß, FK Logistik
Dauer: 7 Stunden 3 Minuten
Einsatzart: FEU 
Einsatzort: Lenne, Pfingstanger
Einsatzleiter: OrtsBm Lenne
Mannschaftsstärke: 34
Fahrzeuge: ELW1 , LF20 , TLK , HLF20 , LF20KatS , MZF , MTW (1) rot 
Weitere Kräfte: Energieversorger, Gemeindebrandmeister, Notfallseelsorger, OF Arholzen, OF Dassel, OF Dielmissen, OF Eschershausen, OF Holzen, OF Lenne, OF Merxhausen, Polizei, Rettungsdienst JUH, Rettungsdienst Landkreis, Samtgemeindebürgermeister, Stellv. Kreisbrandmeister LK HOL, Unters Wasserbehörde


Einsatzbericht:

Pfingstmontag, eine schöner sonniger Tag und viele Menschen sind unterwegs und genießen den tollen Feiertag.
Dies hatte dann am Nachmittag ein jähes Ende, als die Funkalarmempfänger der Einsatzkräfte schrillten.
In Lenne, im Pfingstanger, soll ein Dachstuhl in einem Fachwerkhaus brennen.

Schnell sind die ersten Feuerwehrleute aus Lenne vor Ort und treffen die erste richtige Entscheidungen. Es muss dringend nachalarmiert werden!
Weitere Kräfte aus der Samtgemeinde werden zu der Großschadenslage nach Lenne alarmiert. Die Feuerwehren Stadtoldendorf und Eschershausen sowie alle wasserführenden Großfahrzeuge werden zusätzlich zu dem brennenden Wohnhaus beordert. Auch aus Dassel kommt ein zusätzliches Hubrettungsfahrzeug, ebenfalls mit einem großen wasserführenden Fahrzeug und unterstützen bei der Brandbekämpfung.
Unter der Einsatzleitung von Ortsbrandmeister und stellv. Gemeindebrandmeister Markus Glamm wird schnell klar, dass hier viel Arbeit auf die Einsatzkräfte zukommt. Grundsätzlich gut, dass keine Personen mehr im Gebäude waren; so konnten sich die Feuerwehren auf die Brandbekämpfung konzentrieren. Für die Familie allerdings ein Supergau, alles zu verlieren und auch mit ansehen zu müssen, wie in den ersten Minuten nach Eintreffen der Feuerwehr Lenne der Dachstuhl durchzündet und damit das Gebäude auf gesamter Länge vom Brand betroffen war.

Vor Ort wurden dann zwei Hubrettungsfahrzeuge zur Bekämpfung des Brandes aus zwei Wenderohren eingesetzt. Zusätzlich waren mehrere Strahlrohe am Boden in Angriff genommen worden. Unter Atemschutz wurden die Arbeiten durchgeführt.
Ein erster Versuch mehrere Trupps im Innenangriff einzusetzen wurden wieder verworfen, da die Gefahr des Einsturzes zu groß war.
Um die Wasserversorgung in dem Ortsgebiet sicher gewährleisten zu können, wurde aus drei unterschiedlichen Bereichen Wasserentnahmestellen eingerichtet.
So kam Wasser aus einer Quelle oberhalb von Lenne, sowie aus zwei Hydranten in der Ortsmitte und am Sportplatz.
Mit den wasserführenden Fahrzeugen wurde das Wasser dann zur Meintestraße transportiert und eine Pendelverkehr eingerichtet. Während dieser Maßnahme musste auch der Bahnverkehr auf der Bahnstrecke von Kreiensen nach Holzminden ruhen und in der Ortsmitte wurde der Verkehr verlangsamt an den Entnahmestellen vorbeigeführt.

Nach und nach erzielten die Einsatzkräfte Erfolge und konnten das Feuer unter Kontrolle bringen. Zahlreiche Brandnester im Inneren des Gebäudes waren aber so nicht zugängig, sodass nach Rücksprache mit der Polizei, ein Bagger an die Einsatzstelle beordert wurde und damit ein Teil des Gebäudes eingerissen wurde.

Erst in der Nacht konnte wirklich Feuer aus gemeldet werden, nachdem die Feuerwehrkameraden aus Lenne eine entsprechende Brandwache am Schadensobjekt gehalten hatten.

Während des Einsatzes mussten durch den Rettungsdienst des Landkreises und zahlreichen Einsatzkräften der Johanniter Unfallhilfe zwei Personen medizinisch betreut werden. Eine Person wurde ins Krankenhaus nach Holzminden transportiert. Auch eine Person der Feuerwehr musste nach Tätigkeiten unter Atemschutz kurze Zeit medizinisch betreut werden.

Die Aufgaben der Ortsfeuerwehr Stadtoldendorf bestand in der ersten Unterstützung mit der Teleskopmastbühne und stellen der Einsatzstellenpumpe mit dem Löschgruppenfahrzeug. Auch waren mehrere Personen unter Atemschutz an den Löschmaßnahmen beteiligt. Mit den weiteren Großfahrzeugen wurde sich am Pendelverkehr beteiligt.
Im Einsatzleitwagen wurde die Einsatzleitung bei der Dokumentation und Anforderung von weiteren Kräften unterstützt.
Die angeforderte Logistikgruppe aus der Samtgemeinde kümmerte sich, auch mit Kräften aus Stadtoldendorf, um die Einsatzstellenhygiene und sorgte direkt vor Ort dafür, dass eine weitere Kontamination der unter Atemschutz eingesetzten Kräfte vermieden werden konnte. Die Personen wurden ausgekleidet, bekamen Trainingsanzüge und wurden zum Duschen ins Feuerwehrhaus nach Stadtoldendorf gefahren. Dort bekamen sie dann neue Einsatzkleidung und waren wieder einsatzbereit.
Durch den Bereitschaftsdienst der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Holzminden wurden zahlreiche Schläuche und neue Atemschutzgeräte an die Einsatzstelle gebracht.
Neben zahlreichen Vertretern von Notfallseelsorger, Energieversorger, Untere Wasserbehörde des Landkreises, stellv. Kreisbrandmeister und Polizei waren auch der Samtgemeindebürgermeister und der Bürgermeister von Lenne vor Ort. Letzterer selbst Feuerwehrmann in Lenne sorgte während des Einsatzes für die Versorgung der zahlreichen Helfern und Unterstützern.

Nach rund sieben Stunden wurde der Einsatz beendet. Die Polizei hat noch während der Löscharbeiten erste Ermittlungen aufgenommen. Die Ursache ist unbekannt. Im Einsatz waren rund 132 Einsatzkräfte unterschiedlicher Hilfsorganisationen

Die nun leider obdachlos gewordene Familie ist sofort bei Nachbarn untergekommen und erste Hilfe aus der Dorfgemeinschaft sind der Familie schon zuteil geworden.